Und wer sie nicht überraschen lassen will, der kann nur jeweils 30 Sekunden in die 16 Songs reinhören:
Meine - natürlich unfiltrierte - Schnellanalyse:
1 Alles ist erlaubt (Erinnert mich vom Gitarrensound an den Frauenluder-Sound und auch an die Melodie dieses Songs)
2 Am rechten Ort (Gitarrenballade, Thema wohl in Richtung Rechtsruck)
3 Trick der Politik (bekannt)
4 Erzäh ma des (Sehr schöne Reggae-Nummer, österreichisch gesungen)
5 Imman (Vom Klang her würde ich sagen, eine sehr böse Kurzstory mit Zieharmonika, gefällt mir)
6 Rabenschwarz und weiß (Kirchenkritische Nummer, poppig)
7 Coole, alte Sau (Schön, dass Thomas Spitzer diese rockige Nummer singt. Gefällt mir sehr gut. Hat einen coolen Rock-Sound)
8 Gegen den Wind singt der österreichische Sänger Lemo. Mal ganz was anderes, rockig und sehr modern. Muss sagen, dass ich es als einer der besten Nummer des Albums empfinde, da wirklich mal was neues probiert wurde. Könnte im Radio gespielt werden. Was man vom Text hört, sehr feine Spitzer-Lyrik.
9 Müßiggang (Klingt vom Sound her an eine Kurzgeschichte, lustig und nett)
10 Es ist nie zu spät (So ein bisserl Western-Sound und von der Melodie ein bisschen in Richtung “Das Leben das ist kurz”. Nett.)
11 Salatisten-Mambo (Die neue Version von “Oh Bio Mio”, allerdings hier sehr pfiffig verpackt mit schwunghafter Melodie. Gefällt mir)
12 Das Wandern (Vermutlich Kurzgeschichte Nummer 3 als “Traditional” mit neuem Text zur Flüchtlingskrise als Einleitung zu…
13 Rechts 2,3 (sehr lustig verpackter böser Song zur Flüchtlingskrise, so ein richtiger Volksfest-Party-Sound. Eine wirklich mal wieder typische EAV-Nummer, die den Finger in die Wunde legt, dies aber mit lustigem Sound versucht. Finde ich gut.)
14 - Der letzte Brief (Klavierballade über den letzten Brief eines Soldaten und der zweite Song, den Thomas auf einem Album singt. Ich muss sagen, emotionale Songs kann der Spitzer schreiben und auch gut singen). Gefällt mir wie auch die Nummer 7 sehr gut
15 - Verflucht (Zum Thema “noch rockiger” kann ich sagen, dass es insgesamt doch sehr wenige dieser Songs gibt. Für mich gehört mich musikalisch nun dieses Rockbrett zum Besten, was auf dem Album zu finden ist. Zumindest was man jetzt aus der Hörprobe entnehmen kann, fetzt der Song.
16 - S’Glück (Als Schlusspunkt setzt die EAV mit dieser Nummer noch ein Abschiedslied, gesungen im Sandlersound mit Zieharmonika. Okay, das muss wohl sein.
Zu 17 und 18 gibt es derzeit keine Hörproben (sind ja auf der Deluxe-Variante und bei itunes mit dabei).
Wenn man sich jetzt diese Schnipsel anhört, muss ich sagen, es ist hier viel mehr EAV drin, als man nach dem ersten Song gehört hat. War das gewöhnlich, musikalisch wenig interessant, bieten die Songs wohl den ganzen EAV-Kosmos, den man kennt und erweitern ihn noch ein wenig. Zum Thema “noch rockiger und bissiger” kann ich sagen, die EAV ist und bleibt die EAV. Ankündigungen und Versprechen werden also nicht eingehalten, aber das muss auch gar nicht sein. Das Album ist also weder rockiger noch bissiger als es die letzten waren und doch fasst es gut zusammen, wo es auch live in den letzten Jahren hinführte. Alles wurde ein wenig düsterer, die Geschichten wurden politischer und schauten weniger dem einzelnen Menschen zu, was aber auch okay ist. Jede Band darf sich verändern.
Nach 16 Mal 30 Sekunden Hörschnipseln muss ich sagen, dass meine gedämpfte Euphorie nach dem doch sehr gewöhnlichen und wenig spektakulären “Trick der Politik” nun wieder gestiegen ist, weil uns auf alle Fälle ein sehr abwechslungsreiches Album erwartet, bei dem man auch ein wenig Mut bewiesen hat. Herausragend für mich die Nummer mit Lemo, das Zulassen von 2 Thomas Songs auf dem Album (Erinnert mich ein bisschen an die Glimmer-Twins (Mick Jagger und Keith Richards) und sicherlich sehr viele gute Reime und Einfälle. Die Kurzgeschichten sind - wie schon auf den letzten Platten - mehr Beiwerk und überwiegend dazu genutzt worden, um auf die Folgenummern aufzubauen. Das ist voll in Ordnung und geht durch.
Sehr gespannt bin ich auf die 2 Bonus-Songs sowie die literarische CD.
Übrigens gibt es einen Hoffnungsschimmer hinter dem EAV-Abschied. Laut aktuellem Interview mit Thomas Spitzer sind “thematische Projekte” (Bitte, bitte das Weihnachtsalbum), "Kollektivarbeiten a la Söhne Mannheim (Vielleicht doch mal noch ein Album mit verschiedenen Mitwirkenden, ein Tribute-Album etc.) sowie “Soloplatten” im Gespräch (Material für drei sehr emotionale Songs ist wohl vorhanden). Na, das stimmt uns alle hier doch schon mal froh, dieser Mann hat noch was vor 
Hier der Link zum Interview: https://www.kleinezeitung.at/leute/5455541/Neue-EAVSingle_Abschied-der-Verunsicherer