Programmtipp: 02.08.2017, 3Sat, 21:45 Uhr: Kenia: Kein Platz für wilde Tiere


#1

Am 02.08.2017 um 21.45 Uhr gibt es auf 3Sat eine Dokumentation zu einem Land, das EAV-Fans sicher ein Begriff ist - Kenia.
Weitere Informationen: http://www.3sat.de/programm/?viewlong=viewlong&d=20170802&dayID=ClnDaN02&cx=127


#2

Danke für den Tipp! Eine gute Vorbereitung für meinen Kenia-Trip im September!


#3

(Product Placement)

Ohjaa! “Wilde Tiere” wie Kühe, Ziegen und Hühner verirren sich auch total gerne vor Windschutzscheiben. Und geschmorte Meerkatzen hängen am liebsten auf den Stromkabeln ab.
Nicht vergessen sollte man die, weil durch menschliche Bebauung beengten, aggressiven Boomslangs bezw. Green Mambas. Hübsche Tierchen.

Und dass nicht nur Nairobi ein Problem für die Wildtiere ist, sieht man auch an der Küste. Unseres Gärtners größtes Problem ist nämlich nicht unsere postkolonialistische Bezahlung, sondern die Elefantenherde die regelmäßig das von ihm beanspruchte Land samt Garten verwüstet.

Jetzt wissen wir also wieder warum wir hier auf “unserem” Kontinent so viele Arten beinah oder komplett ausgerottet haben…weil’s wenn’s stören steht der Naturschutz hinten an. 'Ja leider auch heute noch so.


#4

Noch etwas für Kenia-Interessierte:

Kenia hat Plastiktüten verboten. Nicht nur in der Theorie: Tatsächlich stehen jetzt an vielen Supermärkten Polizisten und kontrollieren. Als erstes wurden Hersteller und Importeure gewarnt und hatten 6 Monate Zeit ihr Unternehmen umzustellen bzw. die Plastiktüten loszuwerden. Jetzt ist es auch und vor allem als Privatperson strafbar mit einer Plastiktüte herumzulaufen. Ausnahme: Müllsäcke die mit dem Hersteller-Namen gekennzeichnet sind und deren Hersteller auch eine Genehmigung erhalten hat.

Die Strafen: Zwischen 19.000 und 34.000 USD oder zwischen 1 bis 4 Jahre** Gefängnis**.

Daran könnten sich unsere Parteien doch mal eine Scheibe abschneiden. Derzeit bin ich in Berlin und sehe hier mittlerweile bald mehr Müll, Hundekot und Zigarettenstummel auf den Gehwegen als in Kenia (die nebstbei überhaupt keine Straßenreinigung haben). Vor allem Plastikmüll ist doch eigentlich etwas, gegen das wir schon längst radikaler vorgehen sollten. In Kenia ist das aber auch eine dringendere Frage: Es gibt nur für Privatzahler eine Müllabfuhr, alle andere verbrennen ihre Abfälle auf offener Straße. Es gibt auch keine Kanalisation und kein Recycling und kein Pfand. Also verkommen die Städte zu öffentlichen Mülldeponien, wo die Kinder spielen und die Haustiere leben. Wie viel davon dann im Meer landet und zu einem globalen Problem wird, kann sich wohl jeder leicht ausmalen.

Die Strafen mögen für uns also abstrus sein (sind sie ja auch) - aber das ist ein eindeutiges Mittel um dieses Bestreben auch durchzusetzen. Keine Rücksicht vor der Industrie und den Arbeitnehmern wenn es um Umweltschutz geht. Denn Umweltschutz ist nicht nur für eine Generation förderlich…sondern für alle kommenden! Das ist für fast jeden offensichtlich und dennoch passiert quasi nichts…Warum keine 10 ? pro Plastiktüte verlangen? Unnötigen Verpackungsirrsinn prüfen und ggf. verbieten/limitieren?

Noch ein Hinweis also an Kenia-Urlauber: Besser keine Plastiktüten mitführen; auch nicht von Duty Free Shops. Denn obwohl es erlaubt wäre, werden korrupte Zollbeamten versuchen daraus für sich ein kleines Taschengeld herauszuschlagen. So entgeht man langwierigen Diskussionen… Korruption hat man zwar in Kenia schon mehrfach zu verbieten versucht, aber leider sind die nötigen Schmiergelder aufgrund der wachsenden Gefahr für die Täter einfach immer höher geworden.