Kiss #MeToo, schöne Frau!


#1

Wie würde KdHsF heute klingen? Thomas hat zur Feder gegriffen:

https://mobil.derstandard.at/2000089651252/EAV-Kiss-MeToo-schoene-Frau


#2

Ich finde es sehr cool, dass dieser Text plus Interview in der Jubiläumsausgabe sogar eine ganze Seite bekommen hat! Cooler Text!


#3

Kann mal wer die Seite scannen und posten oder schicken? Würd ich zu gern sehen… Muss sonst 4 Wochen warten, denn nach Kenia wird die Jubiläumsausgabe leider nicht verschickt :slight_smile:
Danke!


#4



Bitteschön!


#5

SO schaut das in der Zeitung aus?? Ohne Karikatur, Interview etc?

(Website/Online-Artikel mein ich nicht…)


#6

grafik
grafik
Sorry … SO schaut die Seite im analogen STandard aus.


#7

Das sehe ich nicht so.


#8

Schwieriger Text, vor allem durch den Perspektivwechsel nach Strophe eins.

Zu Beginn ist es tatsächlich eine Art Update von KdHsF: der alte Gigolo von damals, der die Zeichen der Zeit noch immer nicht kapiert hat. Das finde ich wirklich sehr lustig!

Strophe zwei und drei widmen sich dann aber ganz anderen Themen, die mit der #metoo-Debatte nicht mehr unmittelbar zu tun haben: Falschbezichtigung, Pornographie usw. Oder um es anders auszudrücken: Zu Beginn kann man die klassische, ironisierende EAV herauslesen, aber mittendrin kippt der Song zur plakativen EAV der neueren Alben.

Grundsätzlich halte ich beide Ansätze für richtig bzw. nicht grundsätzlich falsch. Aber durch die Verdichtung zu einem einzigen Text, weiß man am Ende gar nicht mehr, was jetzt wie gemeint ist.

Das Problem ist, glaube ich, dass Thomas im Interview die Interpretation direkt mitliefert. Oder wie seht ihr das?


#9

Für mich ist jedenfalls die Notwendigkeit, eine chauvinistische Gesellschaft in den 80ern satirisch zu betrachten, größer als heute ein “übertreibt es nicht” zu bringen. Mag zwar ein Aufreger sein, aber reicht für mich nicht, dass ich mich mit so einem Text identifizieren könnte.


#10

Der Hauptgrund die #metoo-Bewegung nicht besonders wohlwollend zu betrachten ergibt sich mit Sicherheit aus den Auswüchsen dieser Bewegung, die die künstlerische Freiheit versucht haben einzumauern. Nix kann Thomas mehr aufregen.
Gerade als die Anfrage kam diesen Text zu schreiben, lief auf arte ein Bericht, der eben auch ein paar nicht so feine Begleiterscheinungen darstellte.
z.B. das hier: https://www.sueddeutsche.de/kultur/kunst-streben-nach-reinheit-1.3849687 / in Vers 3 verwurstelt
Oder dass Schweden gleich mal den Vertrag/die Einverständniserklärung vorm Sex einführen wollte/Ende Juni dann eingeführt hat…
https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5341292/Schweden_Vertragsschluss-vor-dem-Sex / s. Vers 2
Und auch in Vers 2 - die eben nicht (mehr) zu beweisenden Anschuldigungen und vor allem die später dann als klar falsche Anschuldigungen deklarierten Aussagen. Karrieren und Familien werden zerstört - irreversibel, wie der Fall Kachelmann ja ganz gut gezeigt hat. Und dann? Keinerlei echte Konsequenzen, die dem gerecht werden würden…
Aber sicher ist eher die mediale Berichterstattung, die eben, solange es sich jeweils nur um Vermutungen handelt, eher Denunziation als Recherche ist, das Problem. Nicht das neu erwachte Selbstbewusstsein vieler Frauen, sich aktiv und am besten zeitnah gegen Übergriffe aller Art zu wehren.

Da solche Aspekte auch zur #metoo-Bewegung gehören, mag ich die Vollständigkeit schon :wink: Aber das ist sicherlich ähnlich wie beim Salatisten-Mambo: Nur absurdes Veganer-Fruitarier-Schicksal oder doch noch Superfood-Kritik mit reinquetschen? @Haekelgarn Also stimm ich dir total zu…Ein Text ist oft einfach zu wenig. Und nicht immer gelingt das Kürzen auf 1/5 oder manchmal 1/20 der Original-Länge so gut wie bei “Sandlerkönig”…


#11

danke, ich sehe das schon sehr ähnlich. Die Bewegung an sich ist natürlich nötig und feminismus - Verstanden als Eintreten für die Gleichberechtigung von Mann und Frau selbstverständlich richtig und notwendig. Tom hat da ja bei “panga panga” auch ein klares Statement abgegeben. Das Übertreiben und die Auswüchse - meist durch die Medien gepusht - andererseits darf und muss natürlich hinterfragt werden. Lustig finde ich es aber, das gerade heute viele Frauen (zum Glück nicht meine) “Arschlöcher” (also chauvinistische Machos) attraktiv finden, komische Zeiten… Kurzum, ich finde den Text gelungen und würde mich auch freuen, wenn er irgendwo mal auf ner Larifaritäten-Platte erscheinen würde…

P.S. Meine Ex-Freundin war z.B. bei den Pfadfinderinnen und da sagte tatsächlich eine zu mir (im Ernst) “gib mir mal die Salz-Streuerin”,…