Echte Helden auf Kunst-Tour? Beide Konzerte tatsächlich live?

Diese Frage habe ich mir beim Anschauen der DVD öfters gestellt. Live- so versprichts nunmal die Verpackung, aber Sachen wie der Märchenprinz-Vorfall oder diverse Lieder der Kunst-Tour haben mich schon ins Grübeln gebracht. Naja, vielleicht wurden manche Songs im Studio nachträglich bearbeitet und “verbessert”. Wisst ihr allwissenden Forenbetreiber vielleicht mehr dazu und könnt mich erhellen?

Also beim Märchenprinz Vorfall (ich glaube du meinst den Typen der auf die Bühne hüpft) wurde definitiv mit einem Overdub gearbeitet. Ob der im Studio eingesungen worden ist oder von einer anderen Liveaufnahme stammt sei mal dahingestellt…ich tippe auf das zweite.

Bei der Kunst Tour war glaube ich generell sehr viel gesamplet (warscheinlcih wurde mit Timecode und Klick gearbeitet) so das glaube ich nicht viel mit Overdubs gearbeitet werden musste. Aber das weiß nur der Produzent und die Band

Overdubs bei Liveaufnahmen sind aber nichts neues. 98 % aller Livealben sind mit Overdubs versehen. Sei es um Fehler zu kaschieren oder aufgrund Technischer Fehler. Bei der Pink Floyd Live DVD “Pulse” wurde z.b ein Overdub bei “High Hopes” eingefügt, weil David Gilmore bei der Textzeile das Instrument wechselt und sie deswegen nicht Live singen könnte. Bei einem Live Album der Ärzte hat Bela. B alle Gesangsspuren von ihm im Studio nochmal neu aufgenommen weil sein Headset auf der Tour scheiße war.

Willkommen in der Musikwelt :slight_smile:

Zur Pinguin-Tour ist auch zu sagen, dass das Video aus mindestens zwei Konzerten zusammengeschnitten wurde. Z. B. hat Mario bei “Tarzan und Jane” mal ein schwarzes und mal ein helles Oberteil an. Dennoch bin ich der Ansicht, dass die EAV bei der Pinguin-Tour erstmals angefangen hat, Playbacks zu verweden. Der klangliche Unterschied zur “Geld oder Leben”-Tour ist einfach zu krass :wink:. Selbst als die EAV auf der späteren “Geld oder Leben”-Tour 1986 ein besseres Equipment hatte, klang das noch lange nicht so rund wie auf dem Video der Pinguin-Tour. Würde da echt gerne mal 'ne Privataufnahme hören.

Über die Kunst-Tour gibt’s diesbezüglich glaub ich nicht viel zu diskutieren :wink:. Ich kenne jetzt vier verschiedene Mitschnitte von dieser Tour (inkl. dem offiziellen Live-Album- und Video) und es ist eindeutig zu hören, dass die EAV hier sehr massiv mit Playbacks gearbeitet hat. Wahrscheinlich massiver, als es vorher und nachher jemals der Fall gewesen ist. Der “Märchenprinz” ist z. B. astrein die Studioaufnahme vom “Geld oder Leben”-Album, nur dass Anders live noch mal drübertrommelt und die Gitarre glaub ich etwas lauter ist als auf dem Album, weil Toms Live-Gitarre scheinbar auch noch etwas angesteuert wurde. Beim Rest der Show ist es nicht immer sofort erkennbar, weil hier meines Wissens teilweise eigene Playbacks für die Tour eingespielt wurden. Aber es klingt schon alles sehr “glatt” und wer schon mehrmals auf Live-Konzerten diverser Bands war und sich mit Konzertaufnahmen beschäftigt hat wird merken, dass bei der Kunst-Tour wirklich sehr viel zugespielt wurde. Ironischerweise erschien ausgerechnet von dieser Tournee das erste und lange Zeit einzige Live-Album der EAV, nachdem die geplanten Live-Scheiben zu “Geld oder Leben” und “Neppomuk’s Rache” ins Wasser fielen (warum auch immer).

Enttäuschung! Trauer! Wut! :cry:
Ja, die Kunst-Tour hatte zwar ein grandioses Bühnenbild (Schönberger hatte alle Hände voll zu tun :mrgreen: ), aber wie gesagt, das Playback bei Liedern wie “Einmal möchte ich ein Böser sein” (Ist das nicht haargenau die “Ora et Labora”-Version auf der Single?) fällt schon auf.
Waren der Grand Brie der Volksmusik und das Kufsteinlied eigentlich live? Hm, das lässt mir keine Ruh! :slight_smile:

Nun, wenn man grandiose Live-Auftritte der EAV sehen will, dann muss man glaub ich zwangsläufig zu den Auftritten im “Alabama” greifen. Herrlich, wie der Klaus beim Alpenrap ins Schwitzen kommt!

"Enttäuschung! Trauer! Wut! "

Würd ich nicht so sehen. Die Songs gerade aus der Nie wieder Kunst sind sehr aufwendig produziert mit vielen Layern und allem pipapo. Das Live auf die Bühne zu bringen mit nur zwei Keyboardern von denen einer dauernd in irgendwelchen Kostümen rumrennt ist schon schwierig. Daher bleibt, wenn man nah an der Cd´s bleiben will nur der griff zu den Samples und Oberdubs. Wie weit man dabei geht ist die Frage, bzw wieviel Live noch erhalten bleiben soll :slight_smile:

Bei meiner Lieblingsband (Nine Inch Nails) kommen bei manchen Songs 90 % der Töne vom Band.

@silverandcold: Wobei die vergangenen Tourneen ja gezeigt haben, dass man “Einmal möchte ich ein Böser sein”, “300 PS” (im Medley), “Eierkopf-Rudi” oder auch das damals ungespielte “Zwirch & Zwabel” mit Live-Band ziemlich bodenstädig und richtig gut klingend umsetzen kann (die Gesangs-Playbacks in “Zwirch & Zwabel” lass ich jetzt mal außen vor :wink:). Bestes Beispiel ist hier für mich “Eloise & Die Krise” vom letzten Album: Da hat man einen durchprogrammierten Pop-Song mit Schlagzeug, Gitarre, Bass und Synthie hammergeil auf der Konzertbühne live umgesetzt :slight_smile:! Man muss die Sachen dann eben ein bisschen umarrangieren. Den “Märchenprinz 2000” von der Let’s Hop hat man ja jetzt auch live umgesetzt, ohne einfach nur den neuen Text über das alte Arrangement drüberzusingen. Im Gegenteil. Klingt richtig frisch, wie’s jetzt ist :slight_smile:! Man muss für Kurt, Leo, Bertl und Franz echt dankbar sein. Was die aus den EAV-Songs musikalisch rauskitzeln - chapeau!

Geb ich dir recht. Aber heute ist der musikalische Ansatz der EAV auch ein anderer (zumindest Live) als zu Zeiten der Kunst Tour.

Da geb ich dir ebenfalls Recht :wink:!

*klugscheißmodus* es heißt übrigens “ECHTE Helden auf Kunst-Tour”, NEUE Helden gabs erst paar Jahre später :wink:

Ach wie dumm von mir, kann das ein Moderator editieren? Bei all dem musikalischen Heldentum kann man schon mal was durcheinander bringen. :wink:

PS. Weiß jemand von euch, ob es irgendwo “Hallo” und “Nie wieder Kunst” just jener Tour KOMPLETT zu sehen gibt? Wie kann man nur diesen tollen Opener kürzen? :cry:

@Aristrotteles: Das kannst du auch selber editieren, indem bei deinem Beitrag rechts oben auf “Editieren” klickst :slight_smile:.

Ist das eventuell nur bei meiner DVD oder liegt’s an irgendwelchen falschen Einstellungen:
Der Sound der DVD, und zwar nur bei der Pinguin Tour, ist wirklich schlecht. Wechselt von links nach rechts, ist ungleich laut, ich hör ein Rauschen…
Kann mir das Konzert eigentlich gar nicht anschauen, weil das so ablenkt :cry:

Ist das euch auch aufgefallen? Vielleicht wurde das Konzert von der VHS aufgenommen und dann auch DVD gepresst, oder gab’s davon noch die Originalbänder?
Danke für eure Auskunft…

@ Alxx

Ne, das war bei der VHS-KAssette auch schon der Fall. Als ich meinen allerersten Stereo-Videorekorder kaufte, damals noch wahnsinnig teuer, konnte ich das deutlich vernehmen. Finde ich schade, aber in den 80ern gab es wohl die Technik noch nicht, wie Anfang der 90er, z.b. bei DoRo.

Generell muss ich euch da zustimmen. Das der Märchenprinz nicht live war, passte nicht zu einem Live-Konzert. Das Kunst-Live-Video gefällt mir an sich schon sehr gut, aber es ist für meinen Geschmack zu sehr zerstückelt und damit zerstört worden. Ein Live-Video ist für mich sowas wie die beiden anderen Live-Konzerte von der Band. Interviews sollten nicht mitten in einer Live-Nummer zu sehen bzw hören sein. Das kommt zu trashig rüber. Obwohl das wiederum auch seinen Charme hat. Man sollte wirklich auch mal alle anderen aufgezeichneten Live-Konzerte, wie “Himmel & Hölle” und “Neppomuk Tour” auf DVD veröffentlichen.

Die VHS der Pinguin-Tour hat vor allem ein ziemlich starkes Rauschen, stärker noch als auf der DVD. Ich habe das Gefühl, dass die Tonschwankungen auf der DVD durch die Rauschunterdrückung noch stärker hervorgehoben werden. Hier wäre aber definitiv ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Ich habe mir vor einigen Jahren mal “Die Hexen kommen” von der DVD als WAV auf den Rechner gezogen, die beiden Stereo-Spuren zu einer Mono-Spur zusammengefügt, die Höhen angehoben und die Bässe auf ein vernünftiges Maß gesetzt. Die Tonschwankungen sind so fast vollkommen verschwunden und der Sound klingt wesentlich voller und klarer, als auf der DVD. Und ich bin wirklich kein Profi :wink:!

Das mit dem Live-Ton bei den Videos erkläre ich mir so. Das ist aber nur meine Theorie. Wenn ein Produktions-Team zum Konzert hinkam, war ein Aufnahmegerät an verschiedene Receiver/Verstärker hinter der Bühne angeschlossen. Verbunden waren daran, sämtliche Instrumente. Eventuell würde das ganze dann auf mehrere Audio-Kanäle aufgenommen und hinterher im Studio bei der Fertigung des Videos als professionellste Stereo-Ton-Spur zusammengeschnitten. Einen Verstärker sieht man ja bei der Pinguin-Tour, wo jemand von der Crew die Lautstärke von Stumm auf Laut aufdreht. Aber wie gesagt, das Wissen wie so ein Konzert aufgenommen wird, habe ich freilich nicht. Aber ich denke mir, das der Ton und Klang jedes Konzertes identisch sind zu den realen Klängen von damals. Eine Ton-Abweichung gäbe es insofern, da der Ton an sich von den Video-Kassetten zu hoch ist. Bei den Blu-rays gibt es ja das Master Audio-Format, welches ja etwas tiefer und natürlicher rüberkommt.

Nein, nein :stuck_out_tongue:… Grundsätzlich hat die Tonhöhe erstmal gar nichts mit dem Datenträger (VHS, DVD oder Blu-ray) zu tun und mit dem Audio-Format erst recht nicht :wink:! Vielmehr ist es so, dass es in den Zeiten vor der Blu-ray in der Regel üblich war, Kinofilme für den europäischen Videomarkt in das bei uns übliche PAL-Format umzuwandeln. Ein normaler Kinofilm hat 24 Bilder pro Sekunde, das PAL-Format jedoch blöderweise 25 Bilder. Um diese Filme nun ins passende Format fürs europäische Heimkino (DVDs und Videokassetten) zu bringen, werden diese einfach um 4,17 % schneller abgespielt. Durch diese etwas schnellere Wiedergabe ergeben sich die gewünschten 25 Einzelbilder pro Sekunde. Und genau jetzt kommt der Ton ins Spiel: Der Film läuft jetzt natürlich in der falschen Geschwindigkeit, was sich nicht nur auf die Laufzeit, sondern auch auf den Ton auswirkt, der nun nicht nur schneller, sondern oftmals auch höher ist. Besonders fällt das bei vertrauter Musik auf, z. B. im Film “Geld oder Leber” (zumindest ist es auf meiner DVD so). Manchmal wird die Tonhöhe bei solchen Umwandlungen aber auch korrigiert. Bei Blu-rays ging man glücklicherweise endlich dazu über, die Originalgeschwindigkeiten der Filme beizubehalten, wodurch solche Format-Unterschiede in einigen Jahren wohl nahezu Geschichte sein dürften. Das PAL-Format wurde immerhin seit der Einführung des Farbfernsehens den 60er Jahren bishin zur DVD immer beibehalten. Nicht, dass nicht auf antike Dinge stehen würde :mrgreen:, aber solche Format-Einschränkungen sind technisch einfach längst nicht mehr nötig.

Aber zurück zur EAV: Die Konzert-Videos unserer Jungs sollten alle in der richtigen Geschwindigkeit laufen, weil hier (ich glaub bis auf ein paar Einblicke ins Tour-Leben beim “Echte Helden”-Video) vermutlich nie auf Film, sondern direkt auf irgendeine Art von PAL-Video gedreht wurde, ob nun analog oder später digital. Von daher dürfte auch bei allen VHS-Kassetten und DVDs der EAV die Tonhöhe stimmen :wink:! Ob der Ton nun in Mono, Stereo, Dolby Digital 5.1 oder sogar als “Master Audio” vorliegt, spielt dabei keine Rolle. Dieses Master-Dingens besagt ja nur, dass der Ton des Films “unkomprimiert” vorliegt. Das ist mit der Umwandlung einer Audio-CD ins MP3-Format vergleichbar. Eine MP3-Datei ist immer mit einem gewissen Qualitätsverlust behaftet, auch wenn dieser bei 320 kbps zugegeben auf akzeptables Minimum reduziert wird. Genauso verhält es sich auch bei Filmen. Die Tonspur einer herkömmlichen DVD ist nichts anderes, als ein MP3, nämlich eine aus speicherplatzgründen komprimierte (verschlechterte) Audio-Datei. Die deutlich höhere Speicherkapazität einer Blu-ray (zwischen 25 und 128 GB) erlaubt es dagegen, gerne auch mal die unkomprimierte 5.1- oder 7.1-Spur mit draufzupacken. Das heißt in dem Fall: Die Disc beinhaltet für jeden einzelnen Surround-Lautsprecher ein Audiosignal, bei welchem nicht aus Platzgründen die Qualität runtergefahren werden musste, sondern welches den Sound so beinhaltet, wie er auch fürs Kino gedacht war.