Austropop gegen Rechts // Ambros-Debatte in Österreich


#1

In Österreich gibt es aktuell eine interessante Rassismus-Debatte. Hier in Deutschland kriegt man davon kaum etwas mit (zumindest hier oben in Köln), aber wenn ich das richtig rekonstruiere war der Auslöser ein ziemlich bemerkenswertes Interview mit Wolfgang Ambros in der Süddeutschen: “Bin mir sicher, dass es viele braune Haufen in der FPÖ gibt”

Der rechte Mob ist infolgedessen offenbar über die Facebook-Profile von Ambros und anderen österreichischen Musikern hergefallen (z.B. das von Rainhard Fendrich, der sich mit Ambros solidarisierte) - mit dem üblichen Sermon, den man in Deutschland auch von den AfD/Pegida-Idioten kennt: “abgehalfteter Staatsmusiker” und so was halt…

Es gibt wohl eine Gegenbewegung (dazu konnte ich im Netz allerdings nichts finden), die aus Solidarität den alten Ambros-Hit “Schifoan” auf Nummer 1 der Charts gebracht hat.

Sollte der Song “Rechts 2/3” des neuen EAV-Albums das halten, was ich mir davon verspreche, wäre die EAV diesmal ja wirklich topaktuell.


#2

Habe vor ein paar Tagen die Situation über das Internet mitbekommen. Heute wurde bei uns in Bayern auch im Radio darüber berichtet.
Hat eine ziemliche Dynamik genommen…


#3

ausgelöst durch einen bis dato nie in irgendeiner Form in Erscheinung getretenen angeblichen Geschäftsführer, Obmann oder sonst irgendwie-angeblich-vorübergehend-Halbwichtigen der FP, der kurz darauf den Wolfgang Ambros auf “ein Gulasch und ein Seitel Bier” eingeladen hat, was dieser dankend abgeleht hat, wohl ob der Unwichtigkeit dieses halbwichtigen Wichts.
Sommeroperette 2018. Wenigstens hat einer was Gscheits davon, der Wolfgang Ambros a paar Tantiemen, ich gönn es ihm von ganzem Herzen.


#4

Ich hatte das mitbekommen (auch aus Köln), aber weil ich Wolfgang Ambros auf verschiedenen Kanälen verfolge und das Interview in der SZ gelesen hatte. Interessant was daraus geworden, mittlerweile hält sich die FPÖ zurück. Diese Aussagen i.S.v. “Systemgünstlinge” war schon heftig. Und obwohl sich viele solidarisiert haben mit Wolfgang Ambros waren die Kommentare gegen ihn bei Facebook erschreckend und extrem aggressiv.

Übrigens verschlägt es ihn nächstes Jahr auch mal wieder weiter nach Norden, er tritt in Bonn auf…


#5

Also das mit Nr. 1 in den Charts war etwas übertrieben. Es war wohl für kurze Zeit Platz 1 der iTunes-Charts. Gesamt für diese Wertungswoche macht’s Platz 10.

https://austriancharts.at/index.asp


#6

Gert Steinbäcker (STS) findet es traurig, „dass jemand aus Regierungskreisen unseren wohl verdientesten österreichischen Popkünstler beschimpft, nur weil er der Wahrheit zu nahe kommt“. Christopher Seiler (Seiler & Speer) macht sich „Sorge um die allgemeine Meinungsfreiheit“, Thomas Spitzer (EAV) hat an Wolfgang Ambros schon seit dem „Hofa“ gefallen, „dass er stets zu den wenigen gezählt hat, die ihren Mund nicht nur zum Singen aufgemacht haben“.

Quelle: https://wien.orf.at/news/stories/2930521/