Aaron Thier


#21

Ich hab mir das Heft als Download gekauft. Ich verstehe nur wenig, aber Aaron ist jedenfalls ein Drummer-Nerd vor dem Herrn, der viel an den Sounds tüftelt und probiert. Zur EAV äußert er sich recht positiv, er erzählt auch davon, welche Herausforderungen es für ihn gibt bei manchen Songs, auch wenn die EAV-Songs für einen Drummer keinen hohen Schwierigkeitgrad haben. Er sagt auch, dass er viel Freiraum hat, um seine Sounds zu setzen.


#22

Das Interview mit Aaron gibt’s jetzt auch im Free-Bereich. Kann mir jemand Kundiges folgenden Part erklären? Ich versteh’ nur Bahnhof :sweat_smile:

Eine Frage drängt sich ja nun regelrecht auf: Wie passt dein hohes Spielerniveau und dein Anspruch an die Schlagzeugspielerei nun zusammen mit EAV? Da kannst du doch alle Filigranität der Monster-Fills in die Tonne kloppen, oder?

Aaron Thier: (lacht) Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Als Schlagzeuger in einer Band stehe in der Verantwortung, einen guten Boden zu legen. Der Groove ist das allerwichtigste. Hier geht’s um das Transportieren von Songs. Aber auch das hat seine Herausforderung, schließlich kann ich einem Backbeat ein unterschiedliches Feel geben. Ich kann den Schwerpunkt auf die Snaredrum legen oder den Akzent mehr in die Bassdrum setzen. Bei der EAV geht es um songdienliches Spiel und Tightness im Groove, wobei auch verlangt wird, das eine oder andere witzige Fill mal rauszulassen. Weil parallel oft Sequencer- bzw. Backing-Tracks mitlaufen, werden die meisten Songs mit Click gespielt. Und hier gibt’s dann schon mal das Phänomen, dass man ein Fill spielt und dieses sich aber irgendwie langsamer anfühlt, obwohl man total auf dem Click drauf ist. In diesem Moment ist die Kunst gefragt, den Click regelrecht auszuspielen, oder besser gesagt, um ihn herum zu spielen. Gewisse Fill-ins in einem bestimmten Tempo muss man vielleicht doch etwas vorne spielen, andere wiederum eher laid-back, damit sie rund wirken. Diese Erkenntnis hatte ich aktuell bei einem EAV-Song, als verschiedene Komponenten wie Backing-Track, Click, mein Drum-Fill-in und eine bestimmte Gesangsphrasierung von Klaus Eberhartinger aufeinandertrafen. Ich war gezwungen, das Fill mit einem gewissen Timestretch um den Click herum zu spielen. Ansonsten hätte diese Stelle gehumpelt, auch wenn alles auf dem Click gewesen wäre. Solche Momente bewegen sich im Mikrotiming. Und das ist dann auch wieder eine eigene Art der Herausforderung. Mal abgesehen davon spiele ich zwischendurch gerne mal auch diese steady Pop-Nummern.


#23

OK, als Schlagzeuger versuch ich mal ins Deutsche zu übersetzen.

Aaron spielt, obwohl EAV-Nummern lange nicht das anspruchsvollste sind, was ein drummer seiner Größenordnungs spielen kann, gerne die Songs. Er sucht sich seine Herausforderung darin, die scheinbar einfachen Nummern so gut wie möglich zu spielen, dabei auf Nuancen zu achten. Wie laut sind einzelne Trommeln im Zusammenspiel mit den anderen, etc.

Aaron spielt bei der EAV mit Click-Track, d.h. er hat auf Kopfhörer immer ein Metronom - einen Click- mitlaufen. Einiges kommt bei der EAV von Band - die Backing-Tracks (Background-Gesang, Effekte, etc.), vieles wird Live-Gespielt und gesungen. Hier muss er sich mit seinem Schlagzeug-Spiel zwar nach den Click richten - das klingt aber, obwohl es richtig gespielt ist, manchmal dann schleppend und evtl. steril. Deswegen “überhört” er manchmal absichtlich den Click um songdienlich Fill-ins (gemeint sind kleine Solo-Einwürfe - auch Breaks genannt) einzubauen.

“vorne spielen” bedeutet gefühlt die Band anzutreiben - das Tempo anziehen. “Laid back” bedeutet genau das Gegenteil.

Er spielt zwischendurch gerne Steady-Pop-nummern : Es muss für ihn nicht immer Jazz oder Progressive-Rock sein sein… er hat also echt Spaß bei der EAV!


#24

Danke für die Übersetzung, sehr interessant!

Diesen Part fand ich im Interview am Interessantesten. Hast du vielleicht ein Beispiel in Erinnerung, bei dem er diese Fill-ins spielt?


#25

Also, ich denke z.B. ist in diesem Video ua bei 6.09 so ein schöner kleiner, unscheinbarer aber feiner Fill-In
" von allerbester Güte dumderumderumdadada" der so ein Kandidat sein könnte.


#26

Super, danke! Ich glaube, ich verstehe es jetzt so ein bisschen!