Song Review 49: Vienna

Wien, du Mutter großer Ideen,
Liegst im Wochenbett in den Dauerwehen.
Im fruchtbaren Schoß sich die Pläne vermehren.
Es fällt dir schwer, Taten zu gebähren.

Album: Café Passé

Ein Song, den ich erst die letzten Jahre schätzen gelernt habe. Von Gert exzellent vorgetragen, musikalisch auch sehr weit vorne auf dem Album. Textlich auch ganz großes Kino.

Fehlt künftig auf keinem selbstgemachten Best of: 10/10 Punkten

Sehr starker Song, auch wenn mir der Lokal-Bezug (im Gegensatz zu Lukas) natürlich fehlt. Auch musikalisch hat er einiges zu bieten und der harte Refrain mit dem Kinderchor wirkt schon sehr dramatisch. Ein frühes Highlight, aber keiner meiner absoluten Lieblinge.

8/10 Punkten

Starker Song, starker Text, alles weitere habt Ihr schon gesagt.
Ich persönliche finde es auch durch die Heilanstalt-Thematik eine irgendwie total gelungene Überleitung zum Nachfolgealbum.
Ohne Frage 10/10

Vienna hör’ ich stimmungsabhängig gerne oder weniger suchtend.

Textlich ordentlich gut fehlt mir musikalisch etwas der Zugang dazu. Es ist eines dieser frühen EAV-Lieder, in denen sich die Gruppe noch ohne Zwang oder Korsett einfach ausprobierte. Vienna ist irgendwie auch „dreckig“, und das ist gut.

Tu’ mich mit ner Wertung schwer, will das Lied nicht unter Wert haben aber auch nicht mein Empfinden dazu links liegen lassen…ahm: 05/10

Das Klavier-Intro ist genial, der Song eigentlich auch richtig gut…

9/10

Mach aus Openballgeschwür das Karnevalsgeschwür und ändere noch 3-4 Sachen und du hast die perfekte Beschreibung zu Köln. Geniale Nummer. 11 von 10 Altersheimen.

Köln, du bist ein Sanatorium.
Da tanzen die Kranken im Kreißsaal herum.
Der Oberarzt ist ein Geschichtebuch
umgeben von süßem Klüngelgeruch.

Und wenn der Patient mit dem Selbstmitleid ringt
vom Dom ganz oben die Glocke erklingt.
Als Schrittmacher für’s gold’ne Kölner Herz
geht’s im Schunkel-Rhytmus friedhofswärts.

Köln, du Wunder der Medizin.
Exotisch und seltsam sind die Theraphien.
Dein Selbstbewusstsein wird stabilisiert,
indem man das Mark des Kölschbiers injiziert!

Die Kulturheilkunde hat viele Facetten.
Gegen geistige Blähungen Kamelle dich retten.
Das Karnevalsgeschwür wird nicht operiert,
sondern jährlich einmal neu inszeniert.

3 Like

Darüber hab ich noch nie nachgedacht - interessanter Aspekt!

Frage: Auf dem Album verblendet sich das Intro von Vienna mit den Sounds des vorherigen Tracks. ¿Wie issn das auf der Single B-Seite von Oh nur Du gelöst?

Der Teil der Überleitung ist einfach abgeschnitten, damit fehlt ein Stück des Intros von Vienna, was, wenn man sich das anhört, etwas unvollständig klingt.

Die Live-Version ist übrigens komplett anders aufgebaut mit Gitarrenintro…

Teile die Ansicht von @Wahlfisch mit der Heilanstalt-Thematik und die damit gelungene Überleitung zum Nachfolge Album „Spitalo-Fatalo“.

Der Song an sich gefällt mir schon vom Anfang an mit dem düsteren Intro, dazu auch wie Gert Steinbbäcker den Song darbietet. Ebenso auch der Kinderchor der beim Refrain mit „ins Altersheim“ einsetzt einfach klasse :slight_smile:

Nur schade dass der Schluss so abgeschnitten wirkt!

von mir 6 von 10 Punkten

Ist es denn wirklich voraussehend auf „Spitalo Fatalo“ gewählt? kann ich mir nicht vorstellen

Ansonsten eine Perle aus der Anfangszeit mit düster-bedrohlichen Atmosphäre, der Kinderchor gefällt mir auch („Another brick in the wall“ lässt grüssen)…
Der Song selber ist mir jetzt erst wieder durch das neue Werk bzw. der Bonus-CD in den Sinn gekommen.

Wenn ich darüber nachdenke was dann später so alles als Hit folgte gebe ich dem Song:
9 Viennas