Banküberfall und die Bad Bank

Sollte man mal festhalten: Die folgende Kolumne in der Financial Times Deutschland zum Thema “Bad Bank” hangelt sich (weit gefasst) am “Banküberfall” von der EAV entlang:

http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Tobias-Bayer-Schluss-mit-dem-Jein/502864.html

Ich weiß nicht, ob es noch jemanden anderen interessiert, aber ich beobachte sehr interessiert das Bild, das von der EAV in den Medien gebildet wird und wieweit die EAV in die allgemeine Popkultur eingreift. Das hier ist ein weiteres Beispiel, eine wie ich finde neue Qualität:

Im Finanzteil der „Welt“ wird ein Immobilien-Spekulant folgendermaßen skizziert:

Das Interessante an der Erwähnung von Klaus ist hier, dass es sich weder um ein Boulevard-Thema, noch um Kultur oder Popkultur im weiteren Sinne handelt. Es geht um die Finanzkrise und Immobilien. Dass die EAV selbst in diesem sehr fremden Zusammenhang ohne konkreten Bezug beispielsweise auf „Banküberfall“ erwähnt wird, ist für mich beachtenswert.

Ja, ich muss auch sagen, dass mich das Auftauchen von Klaus in der Finanzteil der “Welt” etwas gewundert hat.
Aber auch seine Beschreibung: “weißblond gefärbte Löckchen, Sonnenbankbräune, breite Schultern, Goldkettchen, Cowboystiefel.” O.k., über die weißblonden Löckchen können wir ja noch reden, aber der Rest??? Klaus ist vielleicht mal braun gebrannt, wenn er frisch aus Kenia kommt, aber künstlich hat das meiner Meinung nach noch nie gewirkt. Und auch der Rest passt eher auf einen Zuhälter oder - nicht ganz legalen - Autverkäufer (was wahrscheinlich auch die Intetion war).

Genau das ist eines der seltsamen Eigenheiten des Textes: Da werden (zugegebenermaßen nicht gerade schmeichelhafte) Stereotypen mit Klaus verbunden, die zum einen bisher eigentlich nirgendwo aufgetaucht sind (soweit ich weiß). Zum anderen muss ja die Autorin davon ausgehen, dass sich durch den Vergleich mit Klaus jeder etwas unter diesem Immobilien-Spekulanten vorstellen kann. Das kann man durchaus als eine Stufe der Bekanntheit sehen, die ich in der Form bisher noch nirgends habe durchscheinen sehen in deutschen Medien.

Es kann natürlich auch nur ein Zufall sein, dass gerade diese Autorin Klaus kennt und sofort an ihn dachten musste. Aber ich bin mal gespannt, ob wir in dieser Richtung noch mehr lesen werden.